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Donnerstag, 7. März 2013

Jiaogulan - Das Unsterblichkeitskraut


picture of Jiaogulan label
Jiaogulan, vielen vielleicht eher als das Unsterblichkeitskraut bekannt, gehört zu der Familie der Kürbisgewächse. Die Blätter und andere Teile der Pflanze werden als Gemüse, Salat oder auch als Tee verwendet.

Die Verwendung als Tee ist insbesondere in der chinesischen Provinz Guizhou verbreitet. Das die Menschen in Guizhou aussergewöhnlich langlebig führte man auf das Jiaogulan zurück und gab der Pflanze den Übernamen Unsterblichkeitskraut.

In der traditionellen chinesischen Medizin ist Jiaogulan schon lange bekannt und es werden im zahlreich positive Wirkungen zugeschrieben. So soll der Cholesterinspiegel und der Bluthochdruck gesenkt, das Immunsystem gestärkt und das Krebswachstum gebremst werden. Daneben soll auch Stress abgebaut und die Vitalität gesteigert werden.

Neuere Studien scheinen viele der Gesundheitlichen Vorteile von Jiaogulan zu bestätigen. So ist es reich an Antioxidantien und Saponinen welche denen in Ginseng strukturell ähneln. Aus diesem Grund wird Jiaogulan oft auch als Ginseng des Südens bezeichnet. Die Adoptogene Wirkung von Jiaogulan hat gemäss dieser Doppelblindstudie zur Folge, dass der Bluthochdruck zu 82% gesenkt wird während dieser bei Ginseng zu 46% und beim pharmazeutischen Wirkstoff Indapamide (Handelsnamen Lozol) zu 93% gesenkt wird.

Schale mit Jiaogulan AufgussAber auch ohne die ganzen medizinschen Vorteile ist Jiaogulan Aufgrund seines süsslichen Geschmacks  interessant. Obwohl er vitalisierend wirkt kann er bedenkenlos am Abend getrunken werden ohne eine schlafflose Nacht befürchten zu müssen.

Weitere Artikel zu Jiaogulan sowie Eintrag bei Teapedia.org. Erhältlich ist Jiaogulan bei Teamania.

Mittwoch, 6. März 2013

Baihao Yinzhen – Der Silbernadel Tee


Baihao Yinzhen ist ein weisser Tee und wird oft als Silbernadel Tee oder auch als Silver Needles, White Hair Silver Needles oder als Pekoe Needle bezeichnet. Baihao Yinzhen ist eine Teespezialität aus Fuding und wird aus der Da Bai Varietät der Camellia sinensis hergestellt. Dies ist wichtig zu wissen da oft Fälschungen angeboten werden welche aus einem gewöhnlichen grünem Tee statt der Da Bai Varietät hergestellt werden.

Geschichte


Baihao Yinzhen wurde erstmals im späten 18. Jahrhundert in Fuding produziert. Die damals produzierten Blattknospen waren nur halb so gross und nicht so flauschig wie sie heutzutage sind. Die verwendete Teevarietät in diesen Tagen ergab Blattknospen mit ungefähr der halben Grösse heutiger Baihao Yinzhen. Erst etwa 60 Jahre später wurden die bekannten Da Bai Fuding und Zhenghe Teevarietäten gezüchtet die noch heute verwendet werden.

Aroma


Baihao Yinzhen verfügt über sehr subtile und leichte Geschmacksnuancen wobei die Variante aus Zhenghe durch eine längere Oxidationszeit ein wenig vollmundiger ist als der Tee aus Fuding. Der berühmte, leicht heuige Geschmack entsteht durch das Welken des Tees an der Sonne bei dem ein Grossteil des Chlorophylls abgebaut wird. Baihao Yinzhen ist aber auch blumig-frisch und auch ein wenig süsslich jedoch nie so intensiv wie bei einem grünen Tee. Einige Teetrinker bevorzugen deshalb eher Bai Mu Dan da dieser bei ähnlichen Geschmacksnoten etwas kräftiger im Geschmack ist.

Zubereitung


Teetasse mit Baihao Yinzhen Aufguss
Aufguss Baihao Yinzhen
Die empfohlene Ziehzeit von höchstens 1-3 Minuten bei ca. 75°C kann man ruhig etwas überziehen da die Blattknospen sehr kompakt sind und es eine Weile dauert bis sie durchtränkt sind. Bis zu 5 Minuten kann Baihao Yinzhen bedenkenlos ziehen ohne bitter zu werden. Am besten wird der Tee mehrmals in einem Gaiwan oder in einer Porzellankanne aufgegossen. Eine Yinxin Kanne ist weniger geeignet da sich die leichten Aromen des Baihao Yinzhen verfälschen könnte.

Weitere Artikel zu Baihao Yinzhen gibt es beim Teamania Blog und bei Teapedia.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee, auch Schwarztee genannt, ist einer der beliebtesten Tees weltweit. Wie alle echten Tees wird auch er aus der Camellia sinensis gewonnen.

Assam Teepflanzen in Wiang Papao, Thailand
Teegarten in Wiang Papao, Thailand

Herstellung

Schwarztee vom königlichem Projekt
Schwarztee von Teamania

Für schwarzen Tee werden die Blätter der Camellia sinensis vollständig oxidiert. Beim Orthodox Verfahren geschieht durch mehrmaliges Rollen der Teeblätter. Beim Rollen brechen die Zellwände der Teeblätter auf und der Pflanzensaft tritt aus welcher wiederum mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert. Für schwarzen Tee können Blätter der Camellia sinensis var. sinensis oder var. assamica verwendet werden. Wie schon der Name verrät kommt erstere aus China während letztere ihren Ursprung in Assam hat. Tee aus der var. assamica ist kräftig im Geschmack und wird meistens für Beuteltee und für Blends wie English Breakfast tea oder Ostfriesentee verwendet. Teepflanzen der var. sinensis sind weniger ergiebig und auch anspruchsvoller im Anbau. Sie werden deshalb eher für edlere Teesorten wie Darjeeling oder Keemun verwendet. Diese Tees zeichnen sich durch ein blumiges Aroma aus.

Beim CTC (Crush Tear Curl) Verfahren werden die nötigen Verarbeitungsstufen maschinell durchgeführt. Dazu werden die Teeblätter verhackt. Dies ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Herstellung da die Blätter schneller oxidieren und auch schneller trocknen. Diese Tees sind eher minderwertig und werden in der Regel für Teebeutel verwendet.

Anbaugebiete


Obwohl Schwarztee inzwischen auf fast allen Kontinenten produziert wird macht Asien doch den Hauptanteil aus. Eines der bekanntesten Anbaugebiete ist Darjeeling in Indien welches für den edlen First Flush Tee bekannt ist. In Nepal, welches an Darjeeling grenzt, werden Tees ähnlich dem Darjeeling hergestellt. In Assam und Sri Lanka (Ceylon) wird vor allem Assam angebaut welcher als Grundlage für diverse Teemischungen dient. Aus China sind vor allem Keemun und Lapsang Souchong bekannt welche aus Anhui bzw. aus Fujian stammen.

In Japan wird praktisch kein schwarzer Tee produziert sondern fast ausschliesslich grüner Tee. Taiwan ist zwar vor allem für Hochland Oolong bekannt aber es wird auch Schwarztee wie Lapsang Souchong produziert.

Ausserhalb von Asien wird eigentlich nur in Kenia und in Argentinien Schwarztee in nennenswerten Mengen produziert. In beiden Ländern wird hauptsächlich nach dem CTC-Verfahren produziert. Argentinischer Schwarztee ist hauptsächlich führ den amerikanischen Markt bestimmt während Kenianischer oft Bestandteil diverser Blends ist.

Zubereitung


Schwarzer Tee wird wie auch andere Teesorten mit heissem Wasser aufgebrüht wobei schwarzer Tee mit bis zu 100°C die höchsten Temperaturen verträgt. Die Ziehzeit sollte etwa 2 - 3 Minuten, bei edleren Sorten zum Teil auch weniger, betragen. Länger sollte schwarzer Tee aber keinesfalls aufgebrüht werden weil sonst mehr Catechine gelöst werden und der Tee bitter wird. Eine Ausnahme bildet hier Chai und andere Tee Varianten die mit Milch zubereitet werden. Die Milch vermag die freigesetzten Catechine zu binden und macht den Tee so bekömmlicher.



Montag, 24. Dezember 2012

Tempels of Thailand: Wat Umong

Wat Umong ist ein aussergewöhnlicher Tempel. Er liegt in einem ruhigen Waldstück am Fusse des Berges Suthep. Erbaut wurde er im 13. Jahrhundert und ging dann in Vergessenheit. Erst 1948 wurde Wat Umong wiederentdeckt.

Chedi on top of Wat Umong
Chedi des Wat Umong
Am beeindruckendsten ist sicher der der Chedi welcher auf Tunneln erbaut wurde. In diesen können Fresken aus den Anfangszeiten  des Tempels besichtigt werden. Um diese zu schützen ist es verboten mit Blitz zu Fotografieren. Für interessierte stehen in der thailändischen Wikipedia professionelle Fotos sowie nachbearbeitete Bilder zur Verfügung welche die ursprünglichen Malereien verdeutlichen. In den Tunneln befinden sich ebenfalls zahlreiche Buddhastatuen welche oft mit Opfergaben geschmückt sind.

Stairs Wat Umong
Treppe führt zum Chedi
Die gesamte Tempelanlage ist sehr ruhig und mit Bäumen und Büschen bewachsen  welche dem Ort eine sehr spirituelle Aura verleihen. Ausserdem ist es dadurch auch im Hochsommer angenehm kühl. Wat Umong ist sehr beliebt sowohl bei Thailändern als auch bei Besuchern aus dem Ausland um sich von den Mönchen in den Lehren Buddhas unterweisen zu lassen.

Lake near Wat Umong
Weiher bei Wat Umong
Zur Tempelanlage gehört auch ein Weiher mit Fischen und Schildkröten die gefüttert werden können. Beide erreichen eine stattliche Grösse. Leider ist fischen von Tempelfischen generell nicht erlaubt. Fischfutter gibt es für 10 Bath an einem kleinen Stand (es steht eine Kasse bereit falls niemand am kassieren ist). Am Ufer stehen diverse Bänke und Tische bereit und laden zum verweilen ein.

Lake @ Wat Umong
Der Weiher aus einer anderen Perspektive

Fazit


Wat Umong ist Aufgrund der speziellen Lage und der einzigartigen Architektur einer meiner favorisierten Tempeln. Es ist ein ideales Ausflugsziel für alle die es ruhiger mögen und nicht den üblichen Touristenattraktionen hinterher rennen wollen.

Anfahrt

Am einfachsten ist es sicher ein Taxi zu nehmen. Sammeltaxis, so genannte Songthaews, sind zwar günstiger aber fahren eher selten in diese Gegend. Ich empfehle eher ein Fahrrad oder Motorrad zu mieten und selber dorthin zu fahren. Da die Chiang Mai Universität nicht weit vom Wat Umong entfernt ist hat man eine grosse Chance englisch- oder gar deutschsprechende Studenten zu treffen die einem gerne den Weg weisen.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Doi Wawee

Doi Wawee ist eine weiteres chinesisches Dorf im Goldenen Dreieck unweit von Doi Chang. Durch das einst unwegsames Gelände führt nun eine passable Passstrasse von Mae Suai vorbei an Akha, Lahu und Karen Dörfern bis nach Doi Wawee.

Doi Wawee
Das Dorf Doi Wawee vom Tempel aus gesehen

Hier wird ähnlich wie im 30km entlegenen Doi Mae Salong Tee produziert. Neben Assam, welcher zu schwarz, grün -und Jasmintee verarbeitet wird, kultivieren die Teebauern auch die Varietäten Jin Xuan und Ruan Zhi welche zu Oolong verarbeitet werden.
Teegarten bei Tempel
Teegarten unterhalb des Tempels
Teegarten in Doi Wawee
Teegarten beim Tempel aus ein anderen Perspektive
Obwohl Doi Wawee mit 900m nicht ganz so hoch wie Doi Mae Salong ist (1400m) gedeihen diese Tees aufgrund des milden Klimas sehr gut. Assam ist sehr robust und kann das ganze Jahr während Jin Xuan und Ruan Zhi nur in der kalten Jahreszeit geerntet werden können.


Ban Lao Lee


Resort mit Teegarten und Kapelle im Weiher
Lao Lee Resort mit Teegarten und Kapelle im Weiher
Die meisten Teegärten befinden sich nicht in Doi Wawee selbst sondern im Nachbardorf Lao Lee welches 4km Richtung Thaton liegt. Auf einem kleinem Bergkam liegt das hübsche Lao Lee Resort. Von den Bungalows aus hat man wunderbare Aussicht auf die Teegärten.


Picture of Lao Lee Resort
Ganz im China look - Lao Lee Resort

Welktröge aus Bambus mit Tee
Welktröge aus Bambus
Die Teefabrik ist auch nicht weit entfernt und kann zu Fuss besucht werden. Während meines Besuches wurde gerade Schwarztee verarbeitet. Zunächst wird der Tee auf Planen oder Bambuströgen gewelkt und anschliessend maschinell die Zellwände aufgebrochen damit der Pflanzensaft austreten und oxidieren kann.

Maschine um Tee zu rollen
Maschine um den Tee zu rollen









Der Schwarztee wird dann an der Sonne getrocknet und anschliessend handverlesen. Dannach kann der fertige Tee abgepackt und verschickt werden.
Teeverarbeitung
Arbeiterinnen bei Teeverlesen
Schwarztee wird abgepackt
Schwarztee wird abgepackt









Diese Öfen sind zum rösten des Oolong Tees und stehen in der heissen Jahreszeit still.

Röstöfen für Oolong Tee
Röstöfen für Oolong Tee

Die Gärtnerei


Auf halben Weg zwischen Ban Lao Lee und Wawee bin ich auf eine kleine Gärtnerei gestossen. Hier werden neben Tee -und Kaffeepflänzchen auch und diverse andere Setzlinge herangezüchtet.

Verschiedene Tee, Kaffee und Blumensetzlinge
Verschiedene Tee, Kaffee und Blumensetzlinge

Beet mit Assam Sprossen
Beet mit Assam Sprossen
Nahaufnahme von gekeimtem Assam Samen
Gekeimter Assam Samen
Die aus Taiwan stammenden Varietäten Jin Xuan und Ruan Zhi werden im vegetativen Verfahren (auch Cloneverfahren genannt) vermehrt. Die Setzlinge sind somit genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Das Ganze hört sich zwar sehr wissenschaftlich an wird aber z.B. bei der Banane schon seit Jahrhunderten angewendet. Im Gegensatz dazu wird die camellia assamica vom Samen gezogen.


Doi Wawee goes organic


Teegärten von Kleinbauern
Die Teegärten werden von Kleinbauern bewirtschaftet
Wie ich bei einem informellen Gespräch während des Mittagessen erfahren konnte werden ab 2013 einige Teebauern auf biologische Anbauweise umstellen. Bisher sind diesem Projekt, welches vom Royal Project iniziiert wurde, rund 35 Teebauern angeschlossen. Ich bin zuversichtlich, dass auch diese Iniatitive erfolgreich wird da auch in Thailand eine immer grösser werdende Mittelschicht die Vorteile von biologisch produzierten Lebensmitteln erkannt hat. Auch international haben diese Lebensmittel bessere Absatzmöglichkeiten. Ausserdem erzielen biologisch angebaute Produkte höhere Preise und die Bauern sind nicht mehr von den Agrarmultis abhängig. Wann der Zertifizierungsprozess durch sein wird und erste biologisch produzierte Produkte auf den Markt kommen war leider nicht zu erfahren.


Anreise


Nach Doi Wawee gelangt man am besten über den Highway 118 von Chiang Mai oder Chiang Rai her. In Mae Suai biegt man ab und folgt den Strassenschildern Richtung Doi Chang bzw. Doi Wawee. Die ersten Kilometer bis zum Mae Suai Stausees führen auf der selben Strasse. Erst dannach biegt die Strasse nach Doi Chang nach rechts ab während die Strasse nach Doi Wawee dem Stausee entlang führt. Vom Stausee her geht es noch ungefähr eine halbe Stunde bis Doi Wawee. Wer mag kann unterwegs an einem der zahlreichen Dörfern der verschiedenen Bergvölkern anhalten. Man darf aber nicht erwarten, dass Englisch oder gar Deutsch gesprochen wird. Ältere Personen sprechen zum Teil nicht einmal Thai.


Update


Schon bei meiner Reise nach Wawee wurde mir vom Tee- und Kaffeefestival Ende Jahr erzählt ohne ein genaues Datum nennen zu können. Nun konnte ich in Erfahrung bringen, dass das Festival vom 31.12.2012 bis zum 3.12.2013 dauert. Während dieser Zeit kann Tee aus Wawee und Kaffee aus Doi Chang verköstigt werden. Diverse andere lokal produzierten Produkte sowie Tänze der verschiedenen ethnischen Völkern runden das Angebot ab. Da die Temperatur in dieser Jahreszeit unter den Gefrierpunkt fallen kann sollten Besucher unbedingt entsprechende Kleidung mitnehmen.

Sonntag, 18. November 2012

Doi Chang - Der Elefantenberg

Doi Chang liegt in der Nordthailändischen Provinz Chiang Rai und ist ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Entwicklungshilfe durch das königliche Projekt. Zwar werden auf dem 1600m hohem Doi Chang keine Elefanten gezüchtet wie der Name vermuten lässt, dafür aber erstklassiger Arabica Kaffee. Das königliche Projekt war wie so oft federführend und versorgte die Farmer mit Setzlingen und Know-How. Zudem gewährte man in den ersten Jahren fixe Abnahmepreise für den Kaffee damit man mit der Opiumproduktion konkurrieren konnte. Die Mineralstoffreiche Erde in Doi Chang ist ideal für hochwertigen Arabica Kaffee. Im Halbschatten angebaut reifen die Kaffebohnen langsamer heran und können so mehr Aromen bilden. Das kühle und feuchte Bergklima trägt ebenfalls zur Qualität bei wie dies auch beim Tee der Fall ist.

Doi Chang aus der Ferne
Doi Chang aus der Ferne

Heutzutage ist der Kaffeeanbau nicht nur selbsttragend sondern er ist ein rentables Geschäft geworden. Doi Chaang Coffee ist eine sehr erfolgreiche Kaffeekette ebenso wie Wawee Coffe vom benachbartem Doi Wawee.

Hilltribes

Akha mit traditioneller Tracht
Akha mit traditioneller Tracht
Die meisten Bewohner in und um Doi Chang gehöhren zu einem der zahlreichen Bergvölker Nordthailands. In der Regel Akha, Lisu oder Lahu. Mit dem Kaffee welcher auch den Tourismus gebracht hat haben diese Bergvölker mehrere Verdienstmöglichkeiten. Neben dem Kaffeeanbau werden auch Übernachtungsmöglichkeiten und Kunsthandwerk für Touristen angeboten. Daneben wird auch weiterhin traditioneller Ackerbau betrieben. Neben Reis sind auch schwarze Bohnen, die hier besonders gut gedeihen, verbreitet.

Kaffeeproduktion

Der abgewogene Kaffe wird im Wasserbad gereinigt
Der abgewogene Kaffe wird im Wasserbad gereinigt
Die Kaffeeproduktion in Doi Chang erfolgt vor Ort. So bleiben Wissen, Arbeit und Gewinn der lokalen Bevölkerung erhalten. Die Kaffebohnen werden von den Farmern zum Kaffeeverarbeiter geliefert und dafür pro Kilo bezahlt. Als erstes werden die Bohnen in einem Wasserbad gereinigt und maschinell von der umhüllenden Frucht gelöst. Die Bohnen werden dann auf Matten zum trocknen ausgebreitet. 

Kaffeebohnen werden an der Sonne getrocknet
Kaffeebohnen werden an der Sonne getrocknet
Erst wenn diese ganz trocken sind werden sie in Qualitätsklassen unterteilt. Dies erfolgt über ein Rüttelsieb. Die grössten Bohnen ergeben die beste Qualität. Die sortierten Bohnen werden im folgendem Schritt geröstet. Da die meisten kleinen Produzenten über keine eigene Rösterei verfügen wird diese Aufgabe oft auswärts vergeben. Zuletzt wird der Kaffee verpackt. Kaffeemischungen wie in Europa sind hier nicht üblich. Jeder Kaffee hat deshalb seinen eigenen Charakter welcher vom Anbaugebiet, Erntezeitpunkt, Wetter und Röst-grad bestimmt wird. 

Anreise

Nach Doi Chang kommt man über den Highway 118 von Chiang Mai oder Chiang Rai her. In Mae Suai biegt man ab und folgt den Strassenschildern Richtung Doi Wawee bzw. Doi Chang. Die ersten Strassenkilometer teilen sich beide Destinationen noch. Erst auf Höhe des Mae Suai Stausees biegt die Strasse nach Doi Chang nach rechts ab während die Strasse nach Doi Wawee dem Stausee entlang führt. Es gibt theoretisch auch die Möglichkeit von Mae Lao her nach Doi Chang zu fahren aber der Author kann jedem ohne geländegängigem Fahrzeug nur davon abraten! Die Strasse war schon 2005 eine Schlammpiste und das hat sich im Jahr 2012 noch nicht geändert.


Dienstag, 6. November 2012

Doi Angkhang

Doi Angkhang ist ein beliebtes Reiseziel im Norden Thailands. Es ist bekannt für die Obst- und Blumengärten des königlichen Projektes (The Royal Project) welche sich fotogen in die malerische Berglandschaft integrieren.

Blumengarten in Doi Angkhang
Das Auge "forscht" mit: Blumengarten in Doi Angkhang

Total Bio - Teeblüte mit Ameisen
Total Bio - Teeblüte mit Ameisen
In den auf 1400m gelegenen Gärten wird geforscht welche Kulturen in den höher gelegenen Gebieten gut gedeihen um der Bergbevölkerung Verdienstmöglichkeiten fernab vom Opiumanbau aufzuzeigen. Die Bemühungen tragen bereits Früchte im wahrsten Sinne des Wortes. Viele für Thailand exotische Früchte sind in den zahlreichen Doi Kham Geschäften und inzwischen auch in anderen Supermärkten erhältlich. Darunter fallen Kiwi, Pfirsich, Aprikosen, Trauben, Erdbeeren, Heidelbeeren, Pflaumen und Macadamia Nüsse um nur ein paar zu nennen. Sämtliche Produkte in Doi Ankhang werden biologisch angebaut. Einer der Hintergedanken ist die Kleinbauern vom Joch der Agrarmultis zu befreien.

Kaffee

Arabica Coffee
Arabica Kaffeebohnen
Einen durchschlagenden Erfolg hat das königliche Projekt mit dem Anbau von hochwertigem Arabica Kaffee sowie Tee. Ersteres führte zu mehreren erfolgreichen Kaffeeketten wie Doi Kham Coffee, Café Doi Tung, Wawee Coffee und Doi Chaang Coffee welcher inzwischen sogar Bio und Fairtrade zertifiziert ist. Daneben gibt es diverse kleinere Produzenten wie Akha Ama Coffee oder Suan Lahu. Beide sind nach dem jeweiligem Bergvolk Akha bzw. Lahu benannt.

Tee

Taglilie vor einem Jin Xuan (dt: goldene Taglilie) Busch
Der Tee in Doi Ankhang wird ebenfalls biologisch angebaut. Es werden die Sorten Ruan Zhi und Jin Xuan verwendet. Diese sind auch unter der Nummer 17 (Ruan Zhi) bzw. 12 (Jin Xuan) bekannt. Verarbeitet werden diese zu hochwertigem Oolong, grünem und schwarzem Tee.

Jin Xuan und Ruan Zhi Teeblätter
Jin Xuan und Ruan Zhi Teeblätter
Vor allem der Oolong Tee findet unter Teekennern immer mehr Beachtung. Einer der Gründe für die hohe Qualität sind sicher die hochwertigen, aus Taiwan importierten Teepflanzen aber auch die lange Teetradition der aus China stämmigen Kuomingtang. Eine Übersicht der vertriebenen Teeprodukte aus Doi Angkhang befindet sich hier. Weitere Teeanbaugebiete in der näheren Umgebung sind Doi Wawee, Doi Inthanon, Phayaphrai und Doi Mae Salong.

Die Teegärten in Doi Angkhang werden bewusst zusammen mit Blumen und Gemüse bepflanzt um Monokultur zu verhindern. Auch dies Teil der Bio Strategie. Auf dem Foto unten kann man wunderbar den Unterschied zwischen geernteten (dunkelgrün) und noch nicht geernteten (hellgrün) Teebüschen sehen.

Teegarten in Doi Angkhang mit Jin Xuan und Ruan Zhi Büschen
Teegarten in Doi Angkhang mit Jin Xuan und Ruan Zhi Büschen

Überblick

Die Royal Agricultural Station Angkhang ist in mehrere Themenbereiche aufgeteilt. Sehenswert sind z.B. der Bonsai Garden und der Rhododendron & Azalea Garden. Letzterer beherbergt auch Häuschen im alpinen Stil welche sicher auch zur Bezeichnung Doi Angkhangs als "kleine Schweiz Thailands" beigetragen haben. Auf der Karte unten sind sämtliche Themenbereiche eingezeichnet. Wie man sieht ist der Teegarten ein wenig ausserhalb aber es lohnt sich auf jeden Fall die extra Kilometer zu machen. Da das letze Stück des Weges nicht befestigt ist wird empfohlen mit einem Jeep oder Motorrad dorthin zu fahren.

The Royal Agricultural Station Angkhang
Map of The Royal Agricultural Station Angkhang

Anreise

Erreichbar ist Doi Angkhang via HW 107 von Chiang Mai aus in etwa 3 Stunden. Alternativ kann man auch von Chiang Rai her via Doi Mae Salong nach Doi Angkhang gelangen. Die Umgebung eignet sich auch für eine eigentliche Rundreise. Z.B. Chiang Mai - Doi Angkhang - Doi Mae Salong - Doi Tung - Mae Sai - Chiang Rai - Doi Chang - Doi Wawee - Chiang Mai. Je nach verfügbarer Zeit können Ziele weggelassen oder hinzugefügt werden. Direkt an oder in der Nähe dieser Rundstrecke befinden sich einige weitere Sehenswürdigkeiten wie: Mae Fah Luang Garden, Goldenes Dreieck bzw. Dreiländereck Thailand - Myanmar - Laos, Heisse Quellen von Fang, Wat Rong Khun - The White Tempel und die Tropfsteinhöhlen von Chiang Dao.
Map to Doi Angkhang
Map to Doi Angkhang