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Freitag, 11. Oktober 2013

Koreanischer Grüntee: Woojeon

Koreanischer Grüntee ist sogar unter Teefreunden weitgehend unbekannt. Dabei gelten unter Insidern insbesondere Woojeon sowie Jeoncha (Sencha) als günstige Alternative und willkommene Abwechslung zu zu japanischem Grüntee wie Gyokuro oder Sencha.

Einer der bekanntesten Teegarten Koreas ist Teil der Seogwang Farm. Diese befindet sich auf der Insel Jeju der gleichnamigen Provinz. Jeju ist vulkanischen Ursprungs und liegt im Dreiländereck Korea - China - Japan. Prägend ist der 1950m hohe Vulkan Halla, welcher zum Weltkulturerbe gehört. An diesem stauen sich Wolken und es regnet deshalb oft und ist nebelverhangen. Dies sowie die milden Temperaturen und mineralreichen Böden sind ideale Bedingungen für den Anbau von hochwertigem Tee.


Seogwang Farm auf Jeju

Einer der besten Grüntees aus Korea ist Woojeon welcher am ehesten mit Gyokuro aber wegen den leichten Röstnoten auch mit Tamaryokucha vergleichbar ist. Der Geschmack ist erfrischend und leicht fruchtig. Überraschend ist das intensiven Umami Aroma. Erreicht wird dieses besondere Aroma dadurch dass chinesische und japanische Teekunst kombiniert wird. Der Tee wird vor der Ernte beschattet und danach gedämpft und anschliessend zusätzlich geröstet.

Hier geht es zum Review eines Seogwang Woojeon:
Woojeon – Die erste Ernte eines koreanischen Grüntees


Donnerstag, 29. August 2013

Feng Huang Dan Cong

You Hua Xiang Dan Cong
Feng Huang Dan Cong ist eine besondere Oolong Art aus den Feng Huang Bergen des Chaozhou Bezirks in der Guandong Provinz. Besonders ist Phoenix Dan Cong, wie dieser Oolong auch genannt wird, weil aus der Teevarietät Shui Xian im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Variationen gezüchtet wurden. Einige dieser Teebüsche sind sehr alt, manche sollen bis zu 700 Jahre alt sein und sind zum Teil wildwachsend. Anders als bei Gartenkulturen welche auf Arbeitshöhe gestutzt werden sind Dan Cong Büsche oft mehrere Meter hoch und müssen mit Hilfe von Leitern geerntet werden.

Huang Zhi Xiang Dan Cong
Dan Cong werden meistens stark oxidiert und zu feinen Streifen gerollt. Durch die starke oxidation überwiegen fruchtige Noten ohne dabei die für Oolong typischen floralen Töne zu überdecken. Dan Cong werden in der Regel kräftig geröstet und sind dadurch sehr lange haltbar. Einige Teekenner sammeln bewusst Jahrgänge ähnlich wie dies Weinkenner tun.

Gaiwan mit zwei Yixing Kannen
Um Dan Cong aufzugiessen wird allgemein empfohlen die Chaozhou Gong Fu Technik anzuwenden. Diese Art aufzugiessen wird auch von mir, nicht nur für Dan Cong sondern generell für Oolong, bevorzugt. Für diese Aufgusstechnik verwendet man am besten einen kleinen Gaiwan vo 50-100ml. Der Clou bei der Chaozhou Technik ist nur so viel Wasser zu nehmen bis die Teeblätter knapp bedeckt sind und diese nur kurz aber dafür mehrere Male ziehen zu lassen. Auf diese Art lassen sich sehr viele Aufgüsse, bis zu zehn oder sogar mehr, erzielen. Grundsätzlich kann man diese Technik auch mit Yixing Teekannen anwenden allerdings erschweren die kleinen Zu -und Ausgüsse das richtige Timing.

Dan Cong Aufguss
Zum Anfangen nimmt man am besten einen günstigen Dan Cong wie zum Beispiel Bai Ye Dan Cong damit man sich zuerst mit der Chaozhou Technik vertraut machen kann. Es wäre schade wenn man gleich zu Beginn einen Rou Gui Dan Cong nehmen wurde ohne die nötige Routine beim Aufgiessen zu haben.

Im Teamania Blog kann man ein Review eines Po Tou Xiang Dan Cong nachlesen.

Diesen Post als PDF herunterladen

Sonntag, 4. August 2013

Umami - Der besondere Geschmack in grünem Tee

Grüntee - Kabusecha
Es ist schon eine Weile her seit ich auf Teeblatt einen neuen Post veröffentlicht habe. Diesmal geht es um ein etwas spezielles Thema: Umami. Obwohl vielen dieser Ausdruck unbekannt ist stossen wir doch fast täglich auf diesen Geschmack.

Umami wurde 1907 erstmals vom japanischem Forscher Kikunae Ikeda beschrieben. Er entdeckte, dass Glutamat für den Geschmack Umami verantwortlich ist. Nur wenig später vermarktete er die synthetisierte Substanz als Ajinomoto. Glutamat ist heute aus der industriellen Küche nicht mehr wegzudenken. Suppenwürfel, Fertigpizza, Aromat und vieles mehr kommt ohne Glutamat nicht aus.

Aber der Umami Geschmack kommt auch in natürlicher Form daher. In fermentierten oder gealterten Produkten wie Käse, Soya -und Fishsauce oder auch in reifen Tomaten, Spinat, Sellerie sowie im grünem Tee.

L-Theanin heisst der Stoff der dem grünen Tee den Umami Geschmack gibt. Wie dies im Detail aussieht liest man am besten im Teamania Blog.


Donnerstag, 7. März 2013

Jiaogulan - Das Unsterblichkeitskraut


picture of Jiaogulan label
Jiaogulan, vielen vielleicht eher als das Unsterblichkeitskraut bekannt, gehört zu der Familie der Kürbisgewächse. Die Blätter und andere Teile der Pflanze werden als Gemüse, Salat oder auch als Tee verwendet.

Die Verwendung als Tee ist insbesondere in der chinesischen Provinz Guizhou verbreitet. Das die Menschen in Guizhou aussergewöhnlich langlebig führte man auf das Jiaogulan zurück und gab der Pflanze den Übernamen Unsterblichkeitskraut.

In der traditionellen chinesischen Medizin ist Jiaogulan schon lange bekannt und es werden im zahlreich positive Wirkungen zugeschrieben. So soll der Cholesterinspiegel und der Bluthochdruck gesenkt, das Immunsystem gestärkt und das Krebswachstum gebremst werden. Daneben soll auch Stress abgebaut und die Vitalität gesteigert werden.

Neuere Studien scheinen viele der Gesundheitlichen Vorteile von Jiaogulan zu bestätigen. So ist es reich an Antioxidantien und Saponinen welche denen in Ginseng strukturell ähneln. Aus diesem Grund wird Jiaogulan oft auch als Ginseng des Südens bezeichnet. Die Adoptogene Wirkung von Jiaogulan hat gemäss dieser Doppelblindstudie zur Folge, dass der Bluthochdruck zu 82% gesenkt wird während dieser bei Ginseng zu 46% und beim pharmazeutischen Wirkstoff Indapamide (Handelsnamen Lozol) zu 93% gesenkt wird.

Schale mit Jiaogulan AufgussAber auch ohne die ganzen medizinschen Vorteile ist Jiaogulan Aufgrund seines süsslichen Geschmacks  interessant. Obwohl er vitalisierend wirkt kann er bedenkenlos am Abend getrunken werden ohne eine schlafflose Nacht befürchten zu müssen.

Weitere Artikel zu Jiaogulan sowie Eintrag bei Teapedia.org. Erhältlich ist Jiaogulan bei Teamania.

Mittwoch, 6. März 2013

Baihao Yinzhen – Der Silbernadel Tee


Baihao Yinzhen ist ein weisser Tee und wird oft als Silbernadel Tee oder auch als Silver Needles, White Hair Silver Needles oder als Pekoe Needle bezeichnet. Baihao Yinzhen ist eine Teespezialität aus Fuding und wird aus der Da Bai Varietät der Camellia sinensis hergestellt. Dies ist wichtig zu wissen da oft Fälschungen angeboten werden welche aus einem gewöhnlichen grünem Tee statt der Da Bai Varietät hergestellt werden.

Geschichte


Baihao Yinzhen wurde erstmals im späten 18. Jahrhundert in Fuding produziert. Die damals produzierten Blattknospen waren nur halb so gross und nicht so flauschig wie sie heutzutage sind. Die verwendete Teevarietät in diesen Tagen ergab Blattknospen mit ungefähr der halben Grösse heutiger Baihao Yinzhen. Erst etwa 60 Jahre später wurden die bekannten Da Bai Fuding und Zhenghe Teevarietäten gezüchtet die noch heute verwendet werden.

Aroma


Baihao Yinzhen verfügt über sehr subtile und leichte Geschmacksnuancen wobei die Variante aus Zhenghe durch eine längere Oxidationszeit ein wenig vollmundiger ist als der Tee aus Fuding. Der berühmte, leicht heuige Geschmack entsteht durch das Welken des Tees an der Sonne bei dem ein Grossteil des Chlorophylls abgebaut wird. Baihao Yinzhen ist aber auch blumig-frisch und auch ein wenig süsslich jedoch nie so intensiv wie bei einem grünen Tee. Einige Teetrinker bevorzugen deshalb eher Bai Mu Dan da dieser bei ähnlichen Geschmacksnoten etwas kräftiger im Geschmack ist.

Zubereitung


Teetasse mit Baihao Yinzhen Aufguss
Aufguss Baihao Yinzhen
Die empfohlene Ziehzeit von höchstens 1-3 Minuten bei ca. 75°C kann man ruhig etwas überziehen da die Blattknospen sehr kompakt sind und es eine Weile dauert bis sie durchtränkt sind. Bis zu 5 Minuten kann Baihao Yinzhen bedenkenlos ziehen ohne bitter zu werden. Am besten wird der Tee mehrmals in einem Gaiwan oder in einer Porzellankanne aufgegossen. Eine Yinxin Kanne ist weniger geeignet da sich die leichten Aromen des Baihao Yinzhen verfälschen könnte.

Weitere Artikel zu Baihao Yinzhen gibt es beim Teamania Blog und bei Teapedia.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee, auch Schwarztee genannt, ist einer der beliebtesten Tees weltweit. Wie alle echten Tees wird auch er aus der Camellia sinensis gewonnen.

Assam Teepflanzen in Wiang Papao, Thailand
Teegarten in Wiang Papao, Thailand

Herstellung

Schwarztee vom königlichem Projekt
Schwarztee von Teamania

Für schwarzen Tee werden die Blätter der Camellia sinensis vollständig oxidiert. Beim Orthodox Verfahren geschieht durch mehrmaliges Rollen der Teeblätter. Beim Rollen brechen die Zellwände der Teeblätter auf und der Pflanzensaft tritt aus welcher wiederum mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert. Für schwarzen Tee können Blätter der Camellia sinensis var. sinensis oder var. assamica verwendet werden. Wie schon der Name verrät kommt erstere aus China während letztere ihren Ursprung in Assam hat. Tee aus der var. assamica ist kräftig im Geschmack und wird meistens für Beuteltee und für Blends wie English Breakfast tea oder Ostfriesentee verwendet. Teepflanzen der var. sinensis sind weniger ergiebig und auch anspruchsvoller im Anbau. Sie werden deshalb eher für edlere Teesorten wie Darjeeling oder Keemun verwendet. Diese Tees zeichnen sich durch ein blumiges Aroma aus.

Beim CTC (Crush Tear Curl) Verfahren werden die nötigen Verarbeitungsstufen maschinell durchgeführt. Dazu werden die Teeblätter verhackt. Dies ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Herstellung da die Blätter schneller oxidieren und auch schneller trocknen. Diese Tees sind eher minderwertig und werden in der Regel für Teebeutel verwendet.

Anbaugebiete


Obwohl Schwarztee inzwischen auf fast allen Kontinenten produziert wird macht Asien doch den Hauptanteil aus. Eines der bekanntesten Anbaugebiete ist Darjeeling in Indien welches für den edlen First Flush Tee bekannt ist. In Nepal, welches an Darjeeling grenzt, werden Tees ähnlich dem Darjeeling hergestellt. In Assam und Sri Lanka (Ceylon) wird vor allem Assam angebaut welcher als Grundlage für diverse Teemischungen dient. Aus China sind vor allem Keemun und Lapsang Souchong bekannt welche aus Anhui bzw. aus Fujian stammen.

In Japan wird praktisch kein schwarzer Tee produziert sondern fast ausschliesslich grüner Tee. Taiwan ist zwar vor allem für Hochland Oolong bekannt aber es wird auch Schwarztee wie Lapsang Souchong produziert.

Ausserhalb von Asien wird eigentlich nur in Kenia und in Argentinien Schwarztee in nennenswerten Mengen produziert. In beiden Ländern wird hauptsächlich nach dem CTC-Verfahren produziert. Argentinischer Schwarztee ist hauptsächlich führ den amerikanischen Markt bestimmt während Kenianischer oft Bestandteil diverser Blends ist.

Zubereitung


Schwarzer Tee wird wie auch andere Teesorten mit heissem Wasser aufgebrüht wobei schwarzer Tee mit bis zu 100°C die höchsten Temperaturen verträgt. Die Ziehzeit sollte etwa 2 - 3 Minuten, bei edleren Sorten zum Teil auch weniger, betragen. Länger sollte schwarzer Tee aber keinesfalls aufgebrüht werden weil sonst mehr Catechine gelöst werden und der Tee bitter wird. Eine Ausnahme bildet hier Chai und andere Tee Varianten die mit Milch zubereitet werden. Die Milch vermag die freigesetzten Catechine zu binden und macht den Tee so bekömmlicher.



Dienstag, 11. Dezember 2012

Doi Wawee

Doi Wawee ist eine weiteres chinesisches Dorf im Goldenen Dreieck unweit von Doi Chang. Durch das einst unwegsames Gelände führt nun eine passable Passstrasse von Mae Suai vorbei an Akha, Lahu und Karen Dörfern bis nach Doi Wawee.

Doi Wawee
Das Dorf Doi Wawee vom Tempel aus gesehen

Hier wird ähnlich wie im 30km entlegenen Doi Mae Salong Tee produziert. Neben Assam, welcher zu schwarz, grün -und Jasmintee verarbeitet wird, kultivieren die Teebauern auch die Varietäten Jin Xuan und Ruan Zhi welche zu Oolong verarbeitet werden.
Teegarten bei Tempel
Teegarten unterhalb des Tempels
Teegarten in Doi Wawee
Teegarten beim Tempel aus ein anderen Perspektive
Obwohl Doi Wawee mit 900m nicht ganz so hoch wie Doi Mae Salong ist (1400m) gedeihen diese Tees aufgrund des milden Klimas sehr gut. Assam ist sehr robust und kann das ganze Jahr während Jin Xuan und Ruan Zhi nur in der kalten Jahreszeit geerntet werden können.


Ban Lao Lee


Resort mit Teegarten und Kapelle im Weiher
Lao Lee Resort mit Teegarten und Kapelle im Weiher
Die meisten Teegärten befinden sich nicht in Doi Wawee selbst sondern im Nachbardorf Lao Lee welches 4km Richtung Thaton liegt. Auf einem kleinem Bergkam liegt das hübsche Lao Lee Resort. Von den Bungalows aus hat man wunderbare Aussicht auf die Teegärten.


Picture of Lao Lee Resort
Ganz im China look - Lao Lee Resort

Welktröge aus Bambus mit Tee
Welktröge aus Bambus
Die Teefabrik ist auch nicht weit entfernt und kann zu Fuss besucht werden. Während meines Besuches wurde gerade Schwarztee verarbeitet. Zunächst wird der Tee auf Planen oder Bambuströgen gewelkt und anschliessend maschinell die Zellwände aufgebrochen damit der Pflanzensaft austreten und oxidieren kann.

Maschine um Tee zu rollen
Maschine um den Tee zu rollen









Der Schwarztee wird dann an der Sonne getrocknet und anschliessend handverlesen. Dannach kann der fertige Tee abgepackt und verschickt werden.
Teeverarbeitung
Arbeiterinnen bei Teeverlesen
Schwarztee wird abgepackt
Schwarztee wird abgepackt









Diese Öfen sind zum rösten des Oolong Tees und stehen in der heissen Jahreszeit still.

Röstöfen für Oolong Tee
Röstöfen für Oolong Tee

Die Gärtnerei


Auf halben Weg zwischen Ban Lao Lee und Wawee bin ich auf eine kleine Gärtnerei gestossen. Hier werden neben Tee -und Kaffeepflänzchen auch und diverse andere Setzlinge herangezüchtet.

Verschiedene Tee, Kaffee und Blumensetzlinge
Verschiedene Tee, Kaffee und Blumensetzlinge

Beet mit Assam Sprossen
Beet mit Assam Sprossen
Nahaufnahme von gekeimtem Assam Samen
Gekeimter Assam Samen
Die aus Taiwan stammenden Varietäten Jin Xuan und Ruan Zhi werden im vegetativen Verfahren (auch Cloneverfahren genannt) vermehrt. Die Setzlinge sind somit genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Das Ganze hört sich zwar sehr wissenschaftlich an wird aber z.B. bei der Banane schon seit Jahrhunderten angewendet. Im Gegensatz dazu wird die camellia assamica vom Samen gezogen.


Doi Wawee goes organic


Teegärten von Kleinbauern
Die Teegärten werden von Kleinbauern bewirtschaftet
Wie ich bei einem informellen Gespräch während des Mittagessen erfahren konnte werden ab 2013 einige Teebauern auf biologische Anbauweise umstellen. Bisher sind diesem Projekt, welches vom Royal Project iniziiert wurde, rund 35 Teebauern angeschlossen. Ich bin zuversichtlich, dass auch diese Iniatitive erfolgreich wird da auch in Thailand eine immer grösser werdende Mittelschicht die Vorteile von biologisch produzierten Lebensmitteln erkannt hat. Auch international haben diese Lebensmittel bessere Absatzmöglichkeiten. Ausserdem erzielen biologisch angebaute Produkte höhere Preise und die Bauern sind nicht mehr von den Agrarmultis abhängig. Wann der Zertifizierungsprozess durch sein wird und erste biologisch produzierte Produkte auf den Markt kommen war leider nicht zu erfahren.


Anreise


Nach Doi Wawee gelangt man am besten über den Highway 118 von Chiang Mai oder Chiang Rai her. In Mae Suai biegt man ab und folgt den Strassenschildern Richtung Doi Chang bzw. Doi Wawee. Die ersten Kilometer bis zum Mae Suai Stausees führen auf der selben Strasse. Erst dannach biegt die Strasse nach Doi Chang nach rechts ab während die Strasse nach Doi Wawee dem Stausee entlang führt. Vom Stausee her geht es noch ungefähr eine halbe Stunde bis Doi Wawee. Wer mag kann unterwegs an einem der zahlreichen Dörfern der verschiedenen Bergvölkern anhalten. Man darf aber nicht erwarten, dass Englisch oder gar Deutsch gesprochen wird. Ältere Personen sprechen zum Teil nicht einmal Thai.


Update


Schon bei meiner Reise nach Wawee wurde mir vom Tee- und Kaffeefestival Ende Jahr erzählt ohne ein genaues Datum nennen zu können. Nun konnte ich in Erfahrung bringen, dass das Festival vom 31.12.2012 bis zum 3.12.2013 dauert. Während dieser Zeit kann Tee aus Wawee und Kaffee aus Doi Chang verköstigt werden. Diverse andere lokal produzierten Produkte sowie Tänze der verschiedenen ethnischen Völkern runden das Angebot ab. Da die Temperatur in dieser Jahreszeit unter den Gefrierpunkt fallen kann sollten Besucher unbedingt entsprechende Kleidung mitnehmen.

Sonntag, 18. November 2012

Doi Chang - Der Elefantenberg

Doi Chang liegt in der Nordthailändischen Provinz Chiang Rai und ist ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Entwicklungshilfe durch das königliche Projekt. Zwar werden auf dem 1600m hohem Doi Chang keine Elefanten gezüchtet wie der Name vermuten lässt, dafür aber erstklassiger Arabica Kaffee. Das königliche Projekt war wie so oft federführend und versorgte die Farmer mit Setzlingen und Know-How. Zudem gewährte man in den ersten Jahren fixe Abnahmepreise für den Kaffee damit man mit der Opiumproduktion konkurrieren konnte. Die Mineralstoffreiche Erde in Doi Chang ist ideal für hochwertigen Arabica Kaffee. Im Halbschatten angebaut reifen die Kaffebohnen langsamer heran und können so mehr Aromen bilden. Das kühle und feuchte Bergklima trägt ebenfalls zur Qualität bei wie dies auch beim Tee der Fall ist.

Doi Chang aus der Ferne
Doi Chang aus der Ferne

Heutzutage ist der Kaffeeanbau nicht nur selbsttragend sondern er ist ein rentables Geschäft geworden. Doi Chaang Coffee ist eine sehr erfolgreiche Kaffeekette ebenso wie Wawee Coffe vom benachbartem Doi Wawee.

Hilltribes

Akha mit traditioneller Tracht
Akha mit traditioneller Tracht
Die meisten Bewohner in und um Doi Chang gehöhren zu einem der zahlreichen Bergvölker Nordthailands. In der Regel Akha, Lisu oder Lahu. Mit dem Kaffee welcher auch den Tourismus gebracht hat haben diese Bergvölker mehrere Verdienstmöglichkeiten. Neben dem Kaffeeanbau werden auch Übernachtungsmöglichkeiten und Kunsthandwerk für Touristen angeboten. Daneben wird auch weiterhin traditioneller Ackerbau betrieben. Neben Reis sind auch schwarze Bohnen, die hier besonders gut gedeihen, verbreitet.

Kaffeeproduktion

Der abgewogene Kaffe wird im Wasserbad gereinigt
Der abgewogene Kaffe wird im Wasserbad gereinigt
Die Kaffeeproduktion in Doi Chang erfolgt vor Ort. So bleiben Wissen, Arbeit und Gewinn der lokalen Bevölkerung erhalten. Die Kaffebohnen werden von den Farmern zum Kaffeeverarbeiter geliefert und dafür pro Kilo bezahlt. Als erstes werden die Bohnen in einem Wasserbad gereinigt und maschinell von der umhüllenden Frucht gelöst. Die Bohnen werden dann auf Matten zum trocknen ausgebreitet. 

Kaffeebohnen werden an der Sonne getrocknet
Kaffeebohnen werden an der Sonne getrocknet
Erst wenn diese ganz trocken sind werden sie in Qualitätsklassen unterteilt. Dies erfolgt über ein Rüttelsieb. Die grössten Bohnen ergeben die beste Qualität. Die sortierten Bohnen werden im folgendem Schritt geröstet. Da die meisten kleinen Produzenten über keine eigene Rösterei verfügen wird diese Aufgabe oft auswärts vergeben. Zuletzt wird der Kaffee verpackt. Kaffeemischungen wie in Europa sind hier nicht üblich. Jeder Kaffee hat deshalb seinen eigenen Charakter welcher vom Anbaugebiet, Erntezeitpunkt, Wetter und Röst-grad bestimmt wird. 

Anreise

Nach Doi Chang kommt man über den Highway 118 von Chiang Mai oder Chiang Rai her. In Mae Suai biegt man ab und folgt den Strassenschildern Richtung Doi Wawee bzw. Doi Chang. Die ersten Strassenkilometer teilen sich beide Destinationen noch. Erst auf Höhe des Mae Suai Stausees biegt die Strasse nach Doi Chang nach rechts ab während die Strasse nach Doi Wawee dem Stausee entlang führt. Es gibt theoretisch auch die Möglichkeit von Mae Lao her nach Doi Chang zu fahren aber der Author kann jedem ohne geländegängigem Fahrzeug nur davon abraten! Die Strasse war schon 2005 eine Schlammpiste und das hat sich im Jahr 2012 noch nicht geändert.


Dienstag, 6. November 2012

Doi Angkhang

Doi Angkhang ist ein beliebtes Reiseziel im Norden Thailands. Es ist bekannt für die Obst- und Blumengärten des königlichen Projektes (The Royal Project) welche sich fotogen in die malerische Berglandschaft integrieren.

Blumengarten in Doi Angkhang
Das Auge "forscht" mit: Blumengarten in Doi Angkhang

Total Bio - Teeblüte mit Ameisen
Total Bio - Teeblüte mit Ameisen
In den auf 1400m gelegenen Gärten wird geforscht welche Kulturen in den höher gelegenen Gebieten gut gedeihen um der Bergbevölkerung Verdienstmöglichkeiten fernab vom Opiumanbau aufzuzeigen. Die Bemühungen tragen bereits Früchte im wahrsten Sinne des Wortes. Viele für Thailand exotische Früchte sind in den zahlreichen Doi Kham Geschäften und inzwischen auch in anderen Supermärkten erhältlich. Darunter fallen Kiwi, Pfirsich, Aprikosen, Trauben, Erdbeeren, Heidelbeeren, Pflaumen und Macadamia Nüsse um nur ein paar zu nennen. Sämtliche Produkte in Doi Ankhang werden biologisch angebaut. Einer der Hintergedanken ist die Kleinbauern vom Joch der Agrarmultis zu befreien.

Kaffee

Arabica Coffee
Arabica Kaffeebohnen
Einen durchschlagenden Erfolg hat das königliche Projekt mit dem Anbau von hochwertigem Arabica Kaffee sowie Tee. Ersteres führte zu mehreren erfolgreichen Kaffeeketten wie Doi Kham Coffee, Café Doi Tung, Wawee Coffee und Doi Chaang Coffee welcher inzwischen sogar Bio und Fairtrade zertifiziert ist. Daneben gibt es diverse kleinere Produzenten wie Akha Ama Coffee oder Suan Lahu. Beide sind nach dem jeweiligem Bergvolk Akha bzw. Lahu benannt.

Tee

Taglilie vor einem Jin Xuan (dt: goldene Taglilie) Busch
Der Tee in Doi Ankhang wird ebenfalls biologisch angebaut. Es werden die Sorten Ruan Zhi und Jin Xuan verwendet. Diese sind auch unter der Nummer 17 (Ruan Zhi) bzw. 12 (Jin Xuan) bekannt. Verarbeitet werden diese zu hochwertigem Oolong, grünem und schwarzem Tee.

Jin Xuan und Ruan Zhi Teeblätter
Jin Xuan und Ruan Zhi Teeblätter
Vor allem der Oolong Tee findet unter Teekennern immer mehr Beachtung. Einer der Gründe für die hohe Qualität sind sicher die hochwertigen, aus Taiwan importierten Teepflanzen aber auch die lange Teetradition der aus China stämmigen Kuomingtang. Eine Übersicht der vertriebenen Teeprodukte aus Doi Angkhang befindet sich hier. Weitere Teeanbaugebiete in der näheren Umgebung sind Doi Wawee, Doi Inthanon, Phayaphrai und Doi Mae Salong.

Die Teegärten in Doi Angkhang werden bewusst zusammen mit Blumen und Gemüse bepflanzt um Monokultur zu verhindern. Auch dies Teil der Bio Strategie. Auf dem Foto unten kann man wunderbar den Unterschied zwischen geernteten (dunkelgrün) und noch nicht geernteten (hellgrün) Teebüschen sehen.

Teegarten in Doi Angkhang mit Jin Xuan und Ruan Zhi Büschen
Teegarten in Doi Angkhang mit Jin Xuan und Ruan Zhi Büschen

Überblick

Die Royal Agricultural Station Angkhang ist in mehrere Themenbereiche aufgeteilt. Sehenswert sind z.B. der Bonsai Garden und der Rhododendron & Azalea Garden. Letzterer beherbergt auch Häuschen im alpinen Stil welche sicher auch zur Bezeichnung Doi Angkhangs als "kleine Schweiz Thailands" beigetragen haben. Auf der Karte unten sind sämtliche Themenbereiche eingezeichnet. Wie man sieht ist der Teegarten ein wenig ausserhalb aber es lohnt sich auf jeden Fall die extra Kilometer zu machen. Da das letze Stück des Weges nicht befestigt ist wird empfohlen mit einem Jeep oder Motorrad dorthin zu fahren.

The Royal Agricultural Station Angkhang
Map of The Royal Agricultural Station Angkhang

Anreise

Erreichbar ist Doi Angkhang via HW 107 von Chiang Mai aus in etwa 3 Stunden. Alternativ kann man auch von Chiang Rai her via Doi Mae Salong nach Doi Angkhang gelangen. Die Umgebung eignet sich auch für eine eigentliche Rundreise. Z.B. Chiang Mai - Doi Angkhang - Doi Mae Salong - Doi Tung - Mae Sai - Chiang Rai - Doi Chang - Doi Wawee - Chiang Mai. Je nach verfügbarer Zeit können Ziele weggelassen oder hinzugefügt werden. Direkt an oder in der Nähe dieser Rundstrecke befinden sich einige weitere Sehenswürdigkeiten wie: Mae Fah Luang Garden, Goldenes Dreieck bzw. Dreiländereck Thailand - Myanmar - Laos, Heisse Quellen von Fang, Wat Rong Khun - The White Tempel und die Tropfsteinhöhlen von Chiang Dao.
Map to Doi Angkhang
Map to Doi Angkhang

Donnerstag, 6. September 2012

Doi Mae Salong - Schwarzer Drache

Das Wort Oolong, eigentlich Wu-Long ausgesprochen, kommt aus dem Chinesischen und heisst übersetzt "schwarzer Drache".

Oolong means black dragonEiner der bekanntesten Oolong aus Doi Mae Salong ist sicherlich Jin Xuan, übersetzt mit "goldene Taglilie". Er ist auch als Nr. 12 bekannt.  Jin Xuan wird von Hand gepflückt und nur sehr leicht oxidiert. Er behält so seine grünliche Farbe und das frische, blumige Aroma. Wie bei allen leichten Oolongs ist auch hier eine leicht grasige Note aus zu machen.
Oolong Nr. 12, Jin Xuan
Oolong Nr. 12, Jin Xuan


Manchmal wird Jin Xuan auch als Milky Oolong bezeichnet weil einige Teetrinker eine milchige Note erkennen. Von Natur aus ist dieses Aroma nicht vorhanden und wird erst durch Parfümierung erreicht. In Doi Mae Salong ist diese Praxis verpönt und meiner Meinung nach überhaupt nicht notwendig bei einem guten Oolong.


Ruan Zhi (Qingxin) Zweig
Zweig der Sorte Ruan Zhi

Ruan Zhi ist mit "junger Zweig" zu übersetzen und duftet auch wie ein solcher; leicht, unbeschwert, blumig und süss. Er wird auch unter der Nummer 17 oder als Qingxin geführt. Es ist ein gutmütiger Oolong der auch mal einen Fehlaufguss verzeiht. Ruan Zhi ist deshalb auch für Einsteiger geeignet. Aufgrund all dieser Eigenschaften wird Ruan Zhi vermehrt auch in anderen Teeanbaugebieten Nordthailands verwendet.

Die komplexen, aber eher subtilen Aromen des Ruan Zhi erfordern es, dass man sich Zeit nimmt und diese auf sich einwirken lässt. Am besten geeignet dazu ist die Zubereitung im Gong Fu Stil.

Dazu wird der Tee in der Teekanne mehrmals aufgegossen und zunächst in die hohen Riechbecher gefüllt. Von dort aus wird der Tee in die flachen Teeschalen umgefüllt, begutachtet und getrunken. In den flachen Teeschalen kann man die Farbe des Aufgusses besser beurteilen während die hohen Riechbecher durch die grössere Oberfläche mehr Aromen zum riechen freisetzen.  Aufgrund dieser Eigenschaften wird Ruan Zhi vermehrt auch in anderen Teeanbaugebieten Nordthailands verwendet.

Four Season by Teamania
Aufguss Oolong Four Seasons

Four Seasons ist wie das Wetter; unberechenbar. Von allen Oolong Doi Mae Salongs hat er das kräftigste Aroma. Wie die vier Jahreszeiten ist auch dieser Oolong manchmal ungestüm und sorgt für manche Überraschung. Er ist nicht ganz einfach im Umgang und eher nicht für Einsteiger geeignet. Aber wer sich auf ihn einlässt wird mit einem aussergewöhnlichen und langanhaltendem Geschmackserlebnis belohnt. 

Four Season mag kein all zu heisses Wasser und lange Bäder bekommen ihm nicht besonders gut. Er mag es lieber wohl temperiert und von kurzer Dauer. Dafür darf man ihn aber auch öfter aufgiessen. 


Ting Tong! 
Oolong Dong Ding by Teamania
Dies bekommt man manchmal zu hören wenn man sich daneben benimmt in Thailand. Übersetzt heisst das soviel wie "du spinnst" und ist nicht ganz erst gemeint. 

Ganz und gar nicht ting tong ist dieser Oolong: Dong Ding! Zwei Bezeichnungen, die eine thai die andere chinesisch mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen. Dong Ding heisst übersetzt "gefrorener Berggipfel" und ist der Name eines Berges in Taiwan. Dieser stand Pate für den Oolong der dort hergestellt wird.

Die Teemeister von Doi Mae Salong haben von Taiwan nicht nur die Teepflanzen sondern auch die Technik zur Herstellung des Dong Ding importiert. Eine der Besonderheiten des Dong Ding ist, dass er kräftiger geröstet wird. Dadurch erhält er mehr Volumen und schmeckt etwas malziger. Der Aufguss ist deshalb auch dunkler als bei einem Jin Xuan oder einem Ruan Zhi.


American Beauty ist der Name einer Rose und eines Oscar prämierten Filmes mit Kevin Spacey. Aber es geht hier weder um die Rose noch den Film. Es geht um Oolong, Oriental Beauty Oolong um genau zu sein. Dies ist einer der bekanntesten Oolong Taiwans überhaupt. 


Oolong Beauty Queen by Teamania
Oolong Beauty Queen
Er weist einen besonders fruchtigen und vollmundigen Körper auf welcher oft auf Zikadenbisse zurückgeführt wird. In der Tat ist es so, dass durch die Bisse Saft aus der Teepflanze tritt und dann oxidiert. Der Tee oxidiert also auf natürliche Weise und das vor der Ernte. Dieselbe Methode wird auch in Doi Mae Salong angewendet. Um keine Verwechslung mit dem Formosa Oriental Beauty aufkommen zu lassen wurde dieser Oolong Beauty Queen, auf thai "Nang Ngam", genannt. Aufgrund der höheren Oxidation ist der Aufguss dunkler in der Tasse und man kann Bissspuren in den aufgegossenen Blättern erkennn.


GABA, dies ist der Name eines besonderen Oolong. Besonders ist er deshalb weil er auch ein Schwarztee ist. Diesen Umstand hat er der vollständigen Oxidation zu verdanken. GABA steht für
gamma-Aminobutyric acid, auf deutsch Gamma-Aminobuttersäure. Dieser werden viele gesundheitsfördende Wirkungen nachgesagt. 

Black PearlsIch trinke ihn aber weil er mir schmeckt. Der Duft mit seinem fruchtig-zitronigem Aroma und den feinen Muscatelnoten erinnern mich an Darjeeling Schwarztee. Einige meinen auch er hätte etwas vom Keemun. Wegen der vollständigen Oxidation ist dieser Oolong dunkel, so dunkel, dass ich ihn lieber Oolong Black Pearls nenne. 



Oolong Osmanthus Jade Pearls
Oolong Osmanthus Jade Pearls
Duftblüten wird Osmanthus machmal auch genannt. Genuzt wird diese wohlriechende Blüte oft in der chinesischen Küche für Desserts oder aber um Tee zu aromatisieren. In unserem Fall ist es Oolong Tee. Osmanthus duftet leicht süss aber nie aufdringlich. Ideal für einen leichten Oolong. Bei einem Schwarztee würden die subtilen Aromen des Osmanthus völlig untergehen. Die Teemeister von Doi Mae Salong verwenden deshalb nur den Ruan Zhi zum aromatisieren welcher wunderbar mit dem Osmanthus harmoniert.


Tea plantation Doi Mae Salong
Teegarten in Doi Mae Salong


Sonntag, 2. September 2012

Doi Mae Salong - Wie alles began

View of Doi Mae Salong

Doi Mae Salong, auch unter dem Namen Santikhiri bekannt, ist ein malerisches Dorf in den Bergen Chiang Rai's in Nordthailand. Eingebettet zwischen den Bergen und umgeben von Teegärten versprüht dieses Dorf einen eigenen, ganz speziellen Charm. Dazu tragen sicher auch die chinesischen Einflüsse wie Kalligrafien, Tempel, Häuser, das Essen und  der Tee bei. Einige Leser mögen nun sich fragen wie den die Chinesen in dieses unwegsame Bergland gekommen sind. Um dies zu erklären müssen wir zunächst zurück blenden ins Jahr 1949.


Tea plantation in Doi Mae Salong
Teegarten am frühen Morgen in Doi Mae Salong

Mao Zedong's Volksarmee gegen die Kuomintang


Die Kuomintang, abgekürzt  KMT, unterlagen nach Jahrelangem Bürgerkrieg gegen Mao Zedong's Volksarmee und mussten fliehen. Die meisten setzten sich nach Taiwan ab während ein kleiner Teil sich nach Burma zurückzog und von dort aus, unterstützt durch die CIA, einen Guerillakrieg gegen die Kommunistische Volksarmee führten. Da ein Sieg immer unwahrscheinlicher wurde konzentrierten sich die KMT lieber auf den lukrativen Opiumanbau. Dies brachte dem Dreiländereck Burma - Thailand - Laos die Bezeichnung "Goldenes Dreieck" ein. Um das Jahr 1962 erkannte der König von Thailand, Bhumibol Adulyadej, die Gefahr einer kommunistischen Invasion und gewährte den KMT Asyl. Wohlwissend, dass diese bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen würden da ihnen Internierungslager oder der Tod durch die Volksarmee drohte. Soweit kam es zum Glück nicht aber der König stand vor einem anderen Problem.


Der Opiumanbau


Die KMT arbeiteten eng mit der SSA, der Shan State Army zusammen. Die SAS kämpfte für einen eigenen Staat in Burma  und der KMT war das nur Recht weil ihnen damit der Rücken frei blieb. Diese bauten wie die SSA und dieverse Bergvölker vermehrt Opium an. In dessen Folge entwickelte sich das Goldene Dreieck zum Weltweit grössten Opium Produzenten. Durch die Unmenge an Drogengeldern verlor die thailändische Regierung zunehmend die Kontrolle über die Grenzgebiete im Norden. Als Gegenmassnahme wurde die Infrastruktur ausgebaut um besser in das Unwegsame Gelände zu kommen. So wurden befestigte Strassen und Flugplätze gebaut. Paralell dazu wurde der Tourismus gefördert und der Kaffee sowie der Teeanbau propagiert.


Der Teeanbau


Tea plantation in Doi Mae Salong
Teegarten in Doi Mae Salong
Tee ist nichts Neues in Thailand. Hier gedeiht, wie in ganz Südostasien, eine wilde Form der Camellia sinensis. Diese wird gerne von den Bergvölkern in den Wäldern gesammelt. Einer dieser Tees ist bekannt als "Shan Tee". Die Blätter für diesen Tee werden geräuchert und fermentiert. Der Geschmack ist nicht jedermans Sache aber es gibt durchaus Anhänger dieses Tees. Auch kultivierten die Thais schon lange Tee für den Eigengebrauch. Diese Tees eignen sich aber ganz und gar nicht um Teefreunde zu beeindrucken oder sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Etwas neues, ganz besonderes musste her!



Die Taiwan connection


Die Kuomintang haben als gebürtige Chinesen eine ganz besondere Beziehung zum Tee. Er ist nicht nur ein Getränk oder ein Genussmittel. Er ist viel mehr ein Stück Kultur welche über Jahrhunderte gepflegt wurde. Dies spiegelt sich auch in der Teezeremonie wieder, dem Gongfu Cha.
Oriental Beauty Oolong
Oolong aus Doi Mae Salong
Als ein Teil der flüchtenden Kuomintang in Taiwan angekommen war fanden sie dort ein anderes Klima vor als bei sich zu hause. Für den Tee bedeutete dies auch, dass er anders angebaut und verarbeitet werden muss. Über die Jahre züchteten sie deshalb neue, angepasste Sorten. Einige dieser Sorten sind inzwischen Weltberühmt und oft mit einer Nummer versehen. Z.B.  Jin Xuan  # 12, Cui Yu # 13, Ruan Zhi # 17, und Hong Yu # 18.  Allein Four Seasons hat keine Nummer da eine private Züchtung.
Oolong # 12,  Jin Xuan
Oolong # 12,  Jin Xuan

Nach diversen Versuchen entschied man sich schlussendlich für Jin Xuan  # 12 , Ruan Zhi # 17 und  Four Seasons in Doi Mae Salong anzubauen da diese einen ausgezeichnet Oolong ergeben und ideal für höher liegende Anbaugebiete sind. Inzwischen werden diese Sorten auch in anderen Gebieten wie Doi Angkhang, Doi Wawee, Doi Tung, Doi Inthanon und Doi Phayapai angebaut.